Wegen körperlicher, geistiger, organisatorischer Restriktionen und dem Trinken von Recovery-Getränken (im weitesten Sinne) können wir unseren Bericht von der Jeantex Tour Transalp 2009 erst jetzt zum Abschluss bringen. Sprich: wir mussten uns erholen, fanden keinen einfachen Internetzugang und wollten das abendliche Abschlussgetränk geniessen.
Die Transalp 2009 ist für uns erfolgreich zu Ende gegangen. Gut im Ziel angekommen, kein Sturz, nur eine Panne (dazu später), körperlich unbeschadet und es hat Spaß gemacht – neben allen Strapazen und dem einen oder anderen „wieso hört der Pass immer noch nicht auf?“. Aber das gehört dazu.
Nach 34:24:22 Stunden im Sattel - ein Lob an unsere Sitzflächen – , 18 Pässen, 880 km und 18.400 Höhenmetern sind wir als 171. von 473 Finishern bzw. 509 Startern in Arco nahe des Gardasees gelandet. Bei der Altergruppe der Masters 61. von 173 Finishern.
Beeindruckend auf den drei letzten Etappen war für mich insbesondere das Stilfserjoch, ein Fahrt ins absolute Hochgebirge, an den Felsgiganten kratzend und an den Gletschern hinaufschauend. Die 48 Kehren des Anstiegs sind eine bleibende Erinnerung, ebenso die rasante Abfahrt und der dann folgende Passo Fascagno. Eigentlich ein eher harmloser Pass, aber nach dem Stilfserjoch und zunehmender Hitze und Schwüle haben wir da ganz schön gekämpft und den einen oder anderen Platz lassen müssen. Dann ein heftiges Gebirgsgewitter vor dem Ziel in Livigno. Also die letzte Abfahrt im Regen und Empfang im Ziel mit schützenden Folien für die frierende Radfahrergemeinschaft. Aber ein oder zwei Regenschauer gehören zur Transalp und den Heldengeschichten.
Die Königsetappe über 180 km und 3.700 hm am nächsten Tag war etwas Besonderes. Eine so lange Etappe mit so vielen Höhenmetern hatte es auf keiner der vorherigen Transalps gegeben. Entsprechend vorsichtig sind wir in die beiden ersten kleineren Pässe gefahren. Dann gabs den Passo Gavia – ein schmales Passsträßchen in herrlicher Alpenlandschaft. Die Abfahrt war in der unteren Hälfte frisch asphaltiert, jedoch extrem steil und kurvig. Diese Strecke auf dem alten löchrigen Aspahlt muss die Hölle gewesen sein. Eine Tunneldurchfahrt hatte es in sich – Fahrt in ein schwarzes Loch, da im Tunnel eine lange Rechtskurve lag und Beleuchtung nicht vorhanden war. Dann riefen die Streckenposten vor dem Tunnel noch „Vorsicht Sand im Tunnel!“. Egal, wir haben sowieso nichts gesehen und die Fahrer riefen sich im Dunkeln zu „hier bin ich – rechts der Wand“ usw.
Ein kleiner Höhepunkt unserem Rennradfahrerdasein dann im Anstieg zum lezten Pass des Tages, dem Mendelpass. Ich fühlte mich sehr gut und Peter und ich zogen aus der zuvor gebildeten Abfahrtsgruppe wie die Wilden weg. Das war wilder Ritt, bei dem wie Reihenweise an anderen Teams vorbeizogen. Etwas zu früh leider, da sich der Pass viel länger zog als gedacht, aber ich habe mich letztlich an ein finnisches Team gehängt und mit denen die Passhöhe erklommen. Dann der Schreck in der Abfahrt – Platter vorn. Der Reifen saß auf den neuen Laufrädern extrem fest, so dass Peter und ich mit vereinten Kräften etliche Minuten verloren, um den Reifen wieder aufzuziehen. Einlauf in Kaltern bei 30 °C und Wein von unserem Pensionswirt entschädigten.
Die letzte Etappe bin ich noch einmal auf Anschlag gefahren. Machte Spass und einen Einbruch hätte ich auf der relativen kurzen Strecken noch ausgleichen können. Die Straße war die ganze Zeit voll gesperrt, so dass die Fahrt durch die Dörfer und die Abfahrt zum Gardasee in blanker Sonne ein besonderes Raderlebnis waren. Die südliche Rennradbegeisterung zeigte sich wie vergangenen Jahr wieder am Straßenrand.
Feier, Entspannung, südliches Flair in Arco. Und das eine oder andere Regenerationsgetränk. Wir hätten weiter fahren können. Mussten jedoch am Sonntag mit dem Rückbus nach Sonthofen zurück. Wo uns heftiger Regen und Gewitter empfingen und es uns unmittelbar nach Norden zog.
Fazit: Wieder begeisternde Transalp, Team Lobre hat sehr gut zusammen gearbeitet und gefeiert, Glück mit dem Wetter. Die Vorbereitung war vermutlich genau richtig. Ich komme wohl nach drei Tagen immer besser in Schwung – also nächstes Mal die Transalp auf zwei Wochen dehnen. Aber dann müsste ich Privatier werden – auch nicht schlecht, wenns ginge.
Eure definitiven Finisher:

Verfasst von SL
Verfasst von PB
Verfasst von PB 
Freiburg hat uns irgendwie abgelenkt. Deshalb stockten die Beiträge im Blog. Eine Tour über Münstertal und Belchen bei herrlichem Wetter.